Bei Reichenbach befindet sich mit dem Felsenmeer ein sehr besonderes Naturphänomen: Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte hier jemand in großem Stil überdimensionierte runde Kieselsteine an einem Abhang im Wald entsorgt. Tatsächlich ist dieser Steinhaufen am Berg aber natürlichen Ursprungs. Etwas nerdiger könnte man auch sagen, dass sich hier eine Blockhalde aus dicht gepackten gerundeten Blöcken aus Melaquarzdiorit befindet, die durch Wollsackverwitterung und nachfolgende eiszeitliche Freilegung der Blöcke entstand. So steht es zumindest bei Wikipedia und auf den zahlreichen Informationstafeln entlang des Wanderwegs.
Die Wanderung entlang des Hangs ist wirklich schön, aber auch sehr anstrengend. Unser Wanderweg führte nämlich hauptsächlich über ungleichmäßig in den Waldboden gebaute Treppen, bis zum oberen Ende des Felsenmeers. Unterwegs konnte man immer wieder tolle Fotos machen. Perfekt für Instagram, was wir aber in unserem Digital-Detox-Urlaub nicht genutzt haben.
Eine diskriminierende Toilette
Wieder unten angekommen, brauchten wir dringend eine Stärkung. Zum Glück haben wir einen ganzen Beutel voller Leckereien dabei, die man im Kofferraum sitzend ganz wunderbar verspeisen kann. Und was passiert dann? Man muss früher oder später auf die Toilette.
Eigentlich kein Problem, auf dem großzügig angelegten Parkplatz mit immerhin 5€ Parkgebühr befindet sich nämlich ein kleines aber modernes WC-Häusschen. Beim Näherkommen sehe ich allerdings, dass die Nutzung 1€ kosten soll. Doch moment, es gibt noch eine dritte Tür, die sich auch ohne Bezahlung öffnen lässt und hinter der sich zwei Pissoir befinden. Das heißt die Nutzung ist nur für Frauen und die Verrichtung eines großen Geschäfts kostenpflichtig?
Das finde ich sehr diskriminierend! Zumal der Parkplatz ja schon Geld gekostet hat und es übrigens ausschließlich 24-Stunden Tickets gibt. Darüber hinaus ist am Toiletten-Häusschen zu lesen, dass es von der Europäischen Union und dem Land Hessen mitfinanziert wurde. Öffentlich geförderte Projekte wie dieses dürfen doch auf keinen Fall solche Unterschiede zwischen den Geschlechtern machen. Oder?
Weinheim
Nach unserer Rast auf dem Parkplatz am Felsenmeer hat uns unser Navi über die vielleicht kleinste Straße des Odenwalds zum Bergtierpark Fürth-Erlenbach gelotst. Der Name ist hier auf jeden Fall Programm, denn obwohl es sich um einen vergleichsweise kleinen Tierpark handelt, macht man hier auch gut Höhenmeter und die Bergziegen, Steinböcke und Yaks können ihre Kletterfähigkeiten gut unter Beweis stellen.
Völlig platt von diesen anstrengenden Wanderungen haben wir abends dann noch das Bundesland gewechselt und uns die Altstadt von Weinheim angeschaut. Das ein wenig auf dem Berg gelegene Städtchen liegt an der Badischen Weinstraße und erinnert uns mit den vielen schönen Fachwerkhäusern ein bisschen an unsere Studienzeit in Marburg.

